Korčula

Korčula

Insel Korcula

Korcula, Insel in Süddalmatien, Archipel in Kroatien; 279,03 km2 (Länge 46,8 km, Breite 5,3_7,8 km); 17038 Einw.; Weitgezogene Küste. Die höchsten Gipfel sind Klupca (568 m) und Kom (510 m). Mildes Klima: Durchschnittstemperatur im Januar 9,8 °C (in der Stadt Korcula), im Juli 26,9 °C; durchschnittliche Niederschlagsmenge 1100 mm, 2671 Sonnenstunden im Jahr (Vela Luka). Mittelländische Flora; stellenweise Kiefernwälder. Der Sommertourismus hat auf der Insel eine lange Tradition, in neuerer Zeit wird sie vermehrt auch von Nautikern besucht. An der Küste liegen die Orte Korcula, Lumbarda, Vela Luka und Raciste, im Inneren der Insel Blato, Zrnovo, Smokvica, Cara und Pupnat. Die Orte verbindet eine die Insel der Länge nach durchziehende Landstraße. Fährverbindungen schaffen Anschluss zum Festland.

Die Insel Korcula war bereits in der Jungsteinzeit (Vela spilja bei Vela Luka, Jasakova spilja über der Rasohatica-Bucht, Zrnovo) und in der Bronzezeit besiedelt. Im 6. und 5. Jh. v.Chr. gab es hier eine griechische Kolonie; zu dieser Zeit hieß die Insel Korkyra Melaina (griechische Siedlungsreste in Lumbarda, bei Blato und in Potirna). Im Jahr 35 v.Chr. fiel sie an das Römische Reich; Spuren römischer Siedlungen wurden bei Lumbarda, Vela Luka (Beneficij), Blago und auf der Pelegrin-Anhöhe entdeckt. Nach dem Niedergang Westroms gehörte die Insel zum Ostgotenreich (493), später zu Byzanz (555). Im 9. Jh. wird sie vom kroatischen Stamm der Neretljani erobert, im Jahr 1000 von Venedig. 1180 fällt sie unter die Herrschaft des ungarisch-kroatischen Königs (1214 erhalten die Insel und die Stadt Korcula ein Statut).

Ab 1221 wechselt die Insel im Laufe von zwei Jahrhunderten mehrmals ihre Herren. Dazu gehören die Fürsten von Zahumlje, Venedig (1298 besiegt die Genueser Flotte die venezianischen Seestreitkräfte in der Nähe von Korcula), König Ludwig I. (1358), die bosnischen Herrscher (1390) und die Republik Dubrovnik (1413 -17). Von 1420 bis 1797 steht die Insel unter venezianischer Herrschaft, bleibt aber autonom. Wegen häufiger Angriffe der türkischen Flotte und von Piratenschiffen (bis zum Beginn des 18. Jh.) errichtete man an einigen strategisch wichtigen Punkten der Insel Befestigungsanlagen (besonders in der Stadt Korcula). Nach dem Fall Venedigs kommt es erneut zu einem Herrscherwechsel (1797 – 1805 Österreich, 1805 – 13 Frankreich, 1813 – 15 Großbritannien, 1815 – 1918 Österreich). Von 1918 bis 1921 ist die Insel italienisch besetzt, danach wird sie Kroatien angeschlossen. Korcula als der Hauptort der Insel gehört mit seinem reichen Kultur- und Denkmalserbe zu den neben Dubrovnik meistbesuchten Ortschaften Südkroatiens. In der Wirtschaft der Insel spielten Schiffbau (Korcula, Vela Luka) und das Steinmetz Handwerk (Abbau von weißem Marmor an der Ostküste der Insel) jahrhunderte lang eine bedeutende Rolle.

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