Große (Veliki) Onofrio

Große (Veliki) Onofrio

Große Onofrio in Dubrovnik Altstadt – Wasserbrunnen

Der große Onofrio-Brunnen

Mitten auf einem kleinen aber schönen Platz, der am Pile Tor entstanden ist, befindet sich der große Onofrio-Brunnen, gebaut 1438 vom Neapolitaner Onofrio della Cava, mit dem die Republik Dubrovnik einen Vertrag über den Bau der städtischen Wasserleitung abgeschlossen hatte. Während die meisten Städte des Venezianischen Dalmatien die Wasserversorgung mit dem Ausheben von großen Regenwasserzisternen sicherten, wollte sich Dubrovnik mit Quellenwasser versorgen. Die Dubrovniker Wasserleitung im späten Mittelalter stellt einen ganz besonderen Fall dar. Onofrio leitete das Wasser in die Stadt von der Quelle Sumet, die in der Bucht Rijeka Dubrovacka angezapft wurde.

Die Quelle entspringt nur 12 km von der Stadt entfernt. Im Konavle-Gebiet oberhalb der Stadt baute Onofrio sogar zwei Gabelungen, von denen eine die Werkstätten in Pile mit Wasser versorgte, während die andere in Höhe des Turmes Minceta der Stadt selbst zufloss. An dieser Gabelung richtete Onofrio zahlreiche Wassermühlen ein. Das auf solche Weise der Stadt zugeleitete Wasser konnte an zwei Schlüsselstellungen angezapft werden – bei dem Haupttor im Westen baute er ein großes selbständiges polygonales Objekt, das zugleich auch der Wasserbehälter der Stadt war, im Osten der Stadt baute er einen kleinen Brunnen zur Versorgung des Marktplatzes Luza. Neben diesen beiden Hauptbrunnen gab es noch einige – einen bei der Fischhalle, einen anderen im Atrium des Rektorenpalastes und einen dritten im Kreuzgang des Franziskanerklosters. Es wurde auch ein kleiner Brunnen für Juden gebaut.

Der große Onofrio brunnen scheint mit seiner Form und seinem Umfang mitten auf dem kleinen viereckigen Platz den schon existierenden Grundriss der romanischen Taufkirche und des ehemaligen Domes am Bunic Platz zu wiederholen. Der Brunnen wurde im Erdbeben 1667 schwer beschädigt. Das, was heute sichtbar ist, ist nur die bloße architektonische Substanz, die schönen Renaissanceverzierungen sind für im­mer verloren gegangen. Erhalten blieben nur 16 Reliefmaskeronen, durch deren Mund das Wasser durch 16 Öffnungen floss.

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